Pflanze           Arten Pflege Vermehrung Samen Krankheiten

 

 

Hibiskusarten  

Die Gattung Hibiskus umfasst über 150 Arten von verwandten Sträuchern, Büschen und kleinen Bäumen die zur Malvaceae- Familie gehören.

Ich möchte hier nur die grobe Unterscheidung zwischen den sogenannten „Wild“-Hibiskusarten, den Hibiskusarten die als Ursprungsarten mit zu den modernen Sorten des Hibiscus x rosa-sinensis führten und den Hybriden (Kreuzungen) des Hibiscus rosa-sinensis vornehmen. Leider bekommt man in den deutschen Gärtnereien üblicherweise nur selten und in sehr beschränkter Auswahl die "Wild"arten angeboten. Allerdings lassen sich diese Pflanzen  zumeist recht gut aus Samen ziehen.

Bei den „Wild“-Hibiskusarten gibt es viele mit kleinen Blüten und sparrigem Wuchs, andere haben Blüten bis 25cm Durchmesser. Bei den vielen unterschiedlichen Arten stelle ich die vor,  die meines Erachtens kulturwürdig sind.

Da sind zunächst die Arten, die über den Winter einziehen und die man daher im kühlen Keller für lange Zeit vernachlässigen kann: Hibiscus moscheutus, die Sorten "Disco-Belle", "Southern-Belle" mit noch größeren Blüten, Hibiscus coccineus, Hibiscus laevis (synonym Hibiscus militaris)All diese Hibiskusarten haben sehr große, beeindruckende Blüten, sie brauchen für ihre kurze Vegetationsperiode gute Erde mit Perlite vermischt, sehr viel Dünger und Wasser und volle Sonne.

Hibiscus moscheutos kann auch im Garten gezogen werden, er wächst dort wie eine Staude. Im Februar angezogene Pflanzen können noch im selben Jahr in den Garten an einen vollsonnigen, geschützten Platz gepflanzt werden. Für den ersten Winter brauchen die Pflanzen eine Winterabdeckung mit Laub und Zweigen.

Später im Jahr angezogene Pflanzen sollten den ersten Winter im Haus verbringen und erst im darauf folgenden Jahr ab Ende Mai ausgepflanzt werden.

In den Gärtnereien werden seit einigen Jahren die „Luna“-Sorten vom Hibiscus moscheutos in drei Farben angeboten. Es sind große Pflanzen die über Kopfstecklinge vermehrt wurden die aber auf keinen Fall schon im Gartenbeet überwintern dürfen, da sie in den Töpfen nicht entsprechend kräftiges Wurzelwerk ausgebildet haben. Erst im zweiten Jahr nach dem Erwerb kann man sie Ende Mai in den Garten pflanzen.

Die nächsten wirklich besonderen Hibiskusarten sind Hibiscus mutabilis und Hibiskus taiwaniana. Diese Pflanzen kommen aus Südchina, Taiwan und Japan. Die Blätter sind samtig behaart, die Blüten wechseln über den Tag die Farbe von weiß bis dunkelrosa. Sie wachsen sehr langsam, können warm oder kühl überwintert werden. Bei kühler Überwinterung verlieren sie meistens die Blätter, von daher  muss sehr vorsichtig gegossen werden. Größere Pflanzen vertragen Kälte bis -15° C. Zu diesen Arten gehört auch der Hibiscus paramutabilis, der wechselt allerdings nicht die Farbe.

Hibiscus acetosella begeistert durch das rötliche Laub und die vielen oftmals in Büscheln zusammen stehenden weinroten Blüten. Im Frühjahr und Herbst sind sie hellweinrot mit dunklen Adern, im Sommer tief dunkel.

Hibiscus radiatus mit seinen weinroten, dunkel geaderten Blüten und karmesinrotem Mittelpunkt ist leicht aus Samen zu ziehen. Der Stamm und die Blätter sind mit "Stacheln" besetzt, die Blätter tief gelappt und gezackt. Die Pflanze wächst aus Samen schnell auf etwa zwei Meter, sie blüht im Frühjahr und im Herbst.

Hibiscus syriacus  ist der winterharte, auch Roseneibisch genannte Gartenhibiskus. Er kann zu meterhohen Sträuchern heranwachsen, ist absolut pflegeleicht wenn er einen vollsonnigen Platz im Garten hat und hin und wieder Kompostgaben erhält. Es gibt ihn in weiß, rosa, weinrot und lila blühenden Sorten, mit und ohne Basalfleck oder gefüllt.

Seit einigen Jahren züchte ich auch mit diesen Sorten und habe bislang drei Neuzüchtungen zur Evaluierung stehen. Auch kommen immer wieder Neuzüchtungen aus dem Ausland nach Deutschland, sodass es sich lohnt immer mal wieder in den Gartencentern und Baumschulen zu stöbern.

Es gibt noch viele andere Wildarten, die aus Samen zu ziehen sind, z.B.:

                       

  • Hibiscus trionum (einmal im Garten, sät er sich von alleine wieder aus, der Samen übersteht auch Kahlfröste)               

  • Hibiscus burtt-davyi (baumartig wachsend mit rosa Blütenbüscheln, wunderschön)                  

  • Hibiscus diversifolius (strauchig wachsend mit hellgelber Blüte, rotem Mittelpunkt, braucht Platz)             

  • Hibiscus ludwigii (herrliche große gelbe Blüten mit dunkler Mitte)               

  • Hibiscus pedunculatus (blüht im gleichen Jahr der Aussaat leuchtend pink-rosa, etwas Besonderes!)                 

  • Hibiscus präteritus (strauchig wachsend mit kleinen roten Blüten)              

  • Hibiscus sabdariffa (die Samenkapseln werden für Marmelade benutzt, schmecken ähnlich wie Preiselbeeren)

  • Hibiscus tiliaceus (lindenblättriger Hibiskus) kann leicht aus Samen angezogen werden, wird zu einem  stattlichen Baum und kann nur im beheizten Gewächshaus zur Blüte gebracht werden.

 Hibiskusarten die mit dem Hibiscus xrosa-sinensis verwandt sind

Hibiscus arnottianus ist eine der Urmütter des modernen Hibiskus x rosa-sinensis.

Er wächst in seinem Ursprungsland Hawaii zu Bäumen heran, blüht weiß, duftet und hat einigen der neueren Kreuzungen den Duft mitgegeben.

Hibiscus asplenum  wächst sparrig, die Blätter sind tief eingeschnitten, die Windmühlenblüte zeigt ein wunderschönes hellrot, oftmals durchzogen von hellen Längsadern.

Hibiscus baptistii wächst sehr zierlich mit schlanken Zweigen und besticht durch die „unordentliche“ rot-weiße kleine Blüte.

Hibiscus cooperii gibt es rot- und hellrot blühend. Die Blüten sind relativ klein, die Blütenblätter leicht geschlitzt. Er besticht durch das wunderschöne Laub, bei der Sorte "Snow Queen" ist es  grün mit weiß. Die Sorten "Rose Flake" und „Red Hot“ haben rötliche Stängel,  Blattansätze sowie  Blattumrandungen, manchmal sind auch die Blätter selbst weinrot panaschiert.

Hibiscus El Capitolio, es gibt eine rot blühende Sorte, eine orange blühende sowie einen cremefarbenen Sport. Das besondere der Blüte entsteht durch  einen extra Blütenblattkranz am Ende der Staubblattröhre, sodass eine Etagenblüte entsteht.

Besonders der rot blühende El Capitolio ist starkwüchsig und wird daher gerne als Unterlagenpflanze für die Veredelung von modernen Sorten genommen..

Hibiscus schizopetalus ist sehr wuchsstark.  Die Blüte ist im Gegensatz zu den übrigen Hibiskuspflanzen hängend und sehr zierlich. Die Staubblattröhre ragt lang aus der Blüte hervor, die Blütenblätter biegen sich wie eine Krone in die Höhe und sind tief geschlitzt.

Um in unserem Klima gut zu blühen braucht der Hibiscus schizopetalus extrem viel Wärme/Sonne und sehr viel Dünger.

Hibiscus storckii stammt aus Neuseeland und hat eine zauberhafte kleine rosa-weiße Windmühlenblüte. 

 

Hibiscus xrosa-sinensis

Hibiscus rosa-sinensis, auch Chinarose oder Königin der tropischen Blumen genannt, ist der Hibiskus, den man überall kaufen kann. Meist wird er nur in rot, rosa, weiß, gelb oder orange mit oder ohne rotem Auge, einfarbig oder gefüllt angeboten. Dabei gibt es so viele unendlich herrliche Hybriden (Kreuzungen). Die Züchter in den USA (Texas, Florida, Kalifornien, Hawaii), Tahiti, Brasilien, Taiwan, Australien und in den Niederlanden haben wahre Wunderdinge in Blütengröße, Formenvielfalt und Farbvariation vollbracht.

Auch in Deutschland gibt es inzwischen einige Hobbyzüchter deren Neuzüchtungen  sich im internationalen Wettbewerb durchaus schon sehen lassen können.